Am 26. April 1956 fuhr die „Ideal X“, ein umgebautes Tankschiff, mit 58 Stahl-
kisten an Bord von Port Newark, New Jersey, nach Houston, Texas. Damit
verwirklichte der amerikanische Transportunternehmer Malcolm McLean einen
lang gehegten Traum.

19 Jahre zuvor hatte er mit seinem Truck an der Pier in New Jersey gestanden
und auf eine Ladung Baumwolle gewartet. Er sah den Hafenarbeitern zu, wie sie
mühsam die Ballen vom Schiff an Land holten. Malcolm McLeans Idee war simpel:
Wäre es nicht viel einfacher, den Truck samt Fracht auf ein Schiff zu verladen? Um
die Aufbauten übereinander stapeln zu können, ließ er dann noch das Fahrgestell
weg, und der Container war geboren. Eine Reederei, die seine Idee verwirklichen
wollte, fand McLean allerdings nicht, und so verkaufte er seine erfolgreiche Spedition
und gründete selbst das Transportunternehmen „Sea-Land Corporation“. Damit
wurde er zum Pionier des Containerverkehrs. Später prägte er den Ausspruch:
„I don’t have vessels, I have seagoing trucks.“

Der große Vorteil des Containers ist, dass man die Ware nicht umladen muss,
wenn sie von einem Transportmittel auf das nächste befördert wird. Außerdem
bietet dieser transportable Lagerschuppen einen gewissen Schutz für die Ware
und wird samt Inhalt auf dem Lkw, auf dem Bahnwaggon oder auf dem See- und
Binnenschiff transportiert.

Am 6. April 1966 lief die „MS Fairland“ in Bremen ein und brachte die ersten
Container nach Deutschland. Ein wenig später wurde die Blechkiste dann auch
im Hamburger Hafen von Bord eines Schiffs geholt. Eine weltweite Norm für die
Kiste entstand 1968. An dieser Normierung war auch der Hamburger Unternehmer
Kurt Eckelmann beteiligt. Als man in Hamburg noch nicht so recht an den Erfolg
des Containers glaubte, hatte Kurt Eckelmann den Mut, mit dem Aufbau eines
privatwirtschaftlich geführten Containerterminals in Hamburg zu beginnen.
Das war 1961. Als Hafenexperte war er dann 1964 zusammen mit der deutschen
Delegation, die über die Containermaße verhandeln sollte, in Paris. Er traf sich
mit Amerikanern, Russen und Franzosen und war maßgeblich an einer Einigung
über die noch heute international geltenden Abmessungen beteiligt. Im legendären
„Crazy Horse“ legte er mit dem Leiter der amerikanischen Delegation geschickt
und bei reichlich Whiskey den Grundstein des späteren Kompromisses für die
Standardmaße des Containers.